Montag, 24. November 2014

"Das verschlossene Zimmer"

Es dauert noch ein bisschen, bis mein nächster Roman erscheint, aber die Vorschau für "Das verschlossene Zimmer" kann ich euch schon zeigen:

für größere Version auf das Bild klicken

Die Geschichte führt, wie man unschwer am Cover sieht, nach Venedig. Im düsteren, etwas heruntergekommenen Palazzo der Orlandis, einer einst mächtigen Bankiersfamilie, stößt meine Heldin Lena auf mehr als ein dunkles Geheimnis und findet sich bald in ein Netz aus Lügen verstrickt.

Samstag, 9. August 2014

Wie man seine Deadline einhält


Alle Schriftsteller sind faul. Sie finden tausend Gründe, weshalb sie ausgerechnet HEUTE nicht schreiben können. Dabei können sie sehr produktiv werden: Der Blog muss gepflegt werden, ebenso Twitter, Facebook und andere Netzwerke. Und das Websitedesign könnte auch mal wieder überarbeitet werden. Von der schmutzigen Küche gar nicht zu reden. Dabei kommen lauter tolle Sachen voran, nur eine nicht: Der Roman. Sogar der feste Vorsatz, drei, vier oder fünf Seiten täglich zu schreiben, bringt einen nicht zum Arbeiten.

Keine Sorge. ich habe die Lösung.

Ich arbeite mit dem Programm "Scrivener" (http://www.literatureandlatte.com/scrivener.php, 45 $). Das bietet im Menü einen Unterpunkt "Projektziele anzeigen". Dort kann man sehen, wie viele Wörter/Zeichen man bereits insgesamt und wie viele man an diesem Tag geschrieben hat.

Und jetzt kommt’s:

Unter "Optionen" kann man eine Deadline festlegen. Und sich anzeigen lassen, wie viele Zeichen man täglich schreiben muss, um rechtzeitig fertig zu werden. Dabei kann man sogar festlegen, an wie vielen Tagen man wöchentlich schreibt. Schreibt man mehr, verringert sich die tägliche Zeichenzahl, schreibt man weniger, erhöht sie sich.

Seit ich damit arbeite, fühle ich mich geradezu erbärmlich, wenn ich unter der vorgegeben Zeichenzahl bleibe. Weil ich genau weiß, dass alles, was ich nicht schreibe, auf die verbleibenden Tage bis zur Deadline umgelegt wird.

Fies, aber effektiv!

Eine gute Schreibwoche euch allen!

Mascha

Montag, 17. März 2014

Wie behält man beim Schreiben den Überblick?


Man hat eine tolle Idee für eine Geschichte, den Handlungsverlauf und die Figuren im Kopf – eigentlich kann man gleich loslegen mit dem Schreiben. Oder nicht?

Klar kann man. Und es läuft wunderbar, bis der Protagonist Geburtstag hat, man aber nicht mehr weiß, in welchem Jahr er geboren wurde. Dann muss hektisch gescrollt werden, da man sich dunkel erinnert, das Datum bereits irgendwo erwähnt zu haben,  aber  nicht mehr weiß, ob es nun 1973 oder 1975 war.

Noch unangenehmer wird es, wenn zwei getrennte Handlungsstränge zusammen laufen, man aber nicht bemerkt, dass in jedem unterschiedlich viel Zeit vergangen ist. Im glücklichen Fall wird das vom Lektorat, im übelsten von aufmerksamen Lesern entdeckt.
Solche Patzer kosten Zeit und könenn ziemlich peinlich für den Autor werden. Zum Glück gibt es einige sehr nützliche Werkzeuge, genannt Figurenliste, Timeline und Szenenplan. Ihr kennt sie natürlich, aber benutzt ihr sie auch?

Die Vorarbeit lohnt sich, glaubt mir!

Die Figurenliste
umfasst alle Haupt-und Nebenfiguren mit den für die Geschichte relevanten Daten. Für Hauptfiguren mindestens das Geburtsdatum, die wichtigsten Charakterzüge, Antriebe und Ziele (die ich lieber als „Lernaufgabe“ bezeichne, aber darüber reden wir ein andermal).

Die Timeline
ist mein wichtigstens Werkzeug bei der Vorbereitung. Unabdingbar, wenn man auf mehreren Zeitebenen oder in Rückbelnden erzählt. Wer ist wann geboren, hat wann Kinder bekommen, geheiratet, seinen Partner betrogen, jemanden umgebracht? Ohne ihn geschieht es leicht, dass die Oma des Protagonisten schon mit elf Mutter hätte werden müssen, der zweite Weltkrieg acht Jahre dauert oder jemand innerhalb von dreizehn Jahren um siebzehn Jahre altert.

Der Szenenplan
ist wie der Grundriss eines Hauses: Mit ihm finde ich mich jederzeit in meiner Geschichte zurecht. Über jeder Szene werden Tag der Handlung, Tageszeit und Handlungsort angegeben. Dadurch wird verhindert, dass Tage 36 Stunden dauern, ständig nur zu Mittag gegessen wird oder es plötzlich Abend ist, obwohl die Protagonistin seit dem Frühstück nichts getan hat außer einen Brief zum Postkasten zu bringen (natürlich muss man nicht alles erzählen, was sie den Tag über gemacht hat, aber man muss sich darüber im Klaren sein, wie viel Zeit vergangen ist).

Wenn ich diese drei Listen gemacht habe, kann ich mich auf das konzentrieren, was ich eigentlich machen will: meine Geschichte zu erzählen.

Dienstag, 25. Februar 2014

Wie erzeugt man Atmosphäre in einem Text?

© Mascha Vassena

Man könnte es auch "Stimmung" nennen. Die Stimmung ist für mich die Basis, auf der jeder Text ruht, sie gibt den Ton vor, in dem erzählt wird.

Wie kann man Atmosphäre in eine Geschichte bringen?

Durch Details.

Stell’ dir die Szene in allen Einzelheiten vor. Und nicht vergessen, dass der Leser nicht nur sehen, sondern auch hören, schmecken, riechen und fühlen will.

Statt „Dass Wetter war scheusslich, deshalb blieb ich im Haus“ kannst du auch schreiben:
„Als ich die Tür öffnete, riss mir der Wind die Klinke aus der Hand und der Regen fuhr mir mit Eisfingern ins Gesicht. Ich packte die Tür, drückte sie wieder ins Schloss und ging zurück ins Wohnzimmer, wo im Kamin ein Feuer knisterte. Der Geruch der brennenden Scheite vermischte sich mit dem Duft von Apfelkuchen, den Mutter wohl gerade aus dem Ofen geholt hatte.“

Wenn die Handlung vorangetrieben werden soll, bremsen ausufernde Beschreibungen zu sehr. Trotzdem kann man Atmosphäre schaffen, indem man sich ein oder zwei Details herausgreift.
„Wir rangen miteinander, mein Bruder keuchte mir seinen Schnapsatem ins Gesicht. Ich sah das Messer erst, als es in der Sonne aufblitzte. Mit aller Kraft drückte ich ihn weg, er stolperte über die Borsteinkante und stürzte. Es knackte, als sein Hinterkopf auf dem Asphalt aufschlug. Hinter dem Zaun kläffte der Nachbarshund.“

Klang und Rhythmus tragen genauso zur Atmosphäre bei wie das, was beschrieben wird. Manchmal sind zusammenfassende Sätze, die nur aus Details bestehen, sehr wirkungsvoll:
„Den ganzen Sommer über hatten wir aufgeschürfte Knie. Wir lutschten Dolomiti-Eis und hatten die Hosentaschen voller Murmeln, tauschten Fussballbildchen und waren alle in Miriam verknallt, die auf ihrem gelben Fahrrad an uns vorbeirauschte, ohne uns auch nur zu bemerken.“

Bei aller Genauigkeit muss man darauf achten, eine Szene nicht zu überfrachten. Wie sich in einem Foto Licht und Schatten gegenseitig steigern, vertiefen auch beim Schreiben Kontraste die Atmosphäre. Meistens genügen wenige Details, um eine Stimmung zu schaffen.

Ganz gleich, auf welche Art man sie erzeugt: Atmosphäre gibt der Bühne die notwendige Tiefe und erzeugt den Raum, in dem die Figuren sich bewegen können.

Habt eine schöne Schreibwoche!

Montag, 17. Februar 2014

Plotten nach Modell?




Mit Plotmodellen hat sich nahezu jeder Autor schon beschäftgt, und bei vielen sind sie sehr beliebt als Handlungsgerüst. Plotmodelle funktionieren, weil sie bewährten Erzählstrukturen folgen, aber man darf nicht vergessen, dass sie, wie alle Modelle, zwangsläufig Vereinfachungen sind, sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner.

Wer sich zu genau an die Vorgaben der „Heldenreise“ oder des „Fünf-Akt-Modells“ hält, behindert möglicherweise die innere Dynamik seiner eigenen Geschichte.
Wenn eine Geschichte mehr werden soll als nur ein ordentliches Stück Handwerk, braucht sie die Freiheit, ihrer inneren Notwendigkeit zu folgen. Nur so kann sie einen eigenen Zauber, ihren eigenen Rhythmus entwickeln.

Plotmodelle sind effizient, aber sie schränken auch ein. Versucht daran zu denken, wenn ihr eure Geschichte plant.

Mittwoch, 5. Februar 2014

"Das Schattenhaus" als Premium-Ausgabe bei Weltbild



Anna hat von ihrer Mutter ein altes Haus im Tessin geerbt und fährt mit ihrer 14jährigen Tochter Rike in die Schweiz, um es zu verkaufen. Doch auf dem Dachboden der verfallenen Villa lebt eine alte Frau – was weiß sie über die Vergangenheit von Annas Mutter? Als Rike verschwindet, wird Anna klar, dass sich jemand an ihrer Familie rächen will und das Schattenhaus noch viele Geheimnisse birgt.

Ein Roman über Traumata, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, über Mütter und Töchter, Erinnerungen und Neuanfänge.

319 Seiten, 10,99 €

"Das Schattenhaus" versandkostenfrei bei Weltbild bestellen