Mittwoch, 22. Juni 2011

Wäre wenn

Irgendwie steckt in jedem von uns ein ungelebtes Leben. Und manchmal helfen Bücher uns dabei, uns für eine kurze Zeit wie die Person zu fühlen, die wir hätten sein können. Wenn nicht …

Dienstag, 7. Juni 2011

Lektüre: Moira. Die Reise zum Nullpunkt der Welt

Es gibt Bücher, de man unbedingt im Schrank stehen haben möchte. Dieses ist eines meiner liebsten, war lange Zeit nur antiquarisch zu bekommen, wurde aber vor drei Jahren neu aufgelegt:
Moira. Die Reise zum Nullpunkt der Welt

Für mich noch heute eines der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe. Es ist tiefgründig, ergreifend und spannend, in einer durch und durch poetischen Sprache geschrieben.

Der 12jährige Stefan Winter kann der Macht nicht widerstehen, die die Eisheiligen von Terrania ihm versprechen. Sie wollen eine neue Eiszeit erzeugen und damit alle Gefühle und sogar die Zet einfrieren. Erst nach und nach erkennt Stefan, dass er auf der falschen Seite steht, aber dann macht er sich auf die Reise zum Nullpunkt der Welt, um das Unheil abzuwenden.

Zeitlose Fantasy abseits jeder Mode.

Unbedingt zur Lektüre empfohlen, ganz gleich, wie alt man ist.

Mascha

Sonntag, 5. Juni 2011

Nennt mich George

Als ich zehn war, hatte ich eine Hörspielkassette von "Moby Dick", die ich immer und immer wieder hörte, ohne dass sie mir jemals langweilig geworden wäre. Und heute noch überläuft mich ein Schauer, wenn ich an den ersten Satz denke: "Nennt mich Ismael".
Abgesehen davon, dass Mr. Melville hier ganz locker einen der besten Romananfänge aller Zeiten hinlegt, hat es mir der Name Ismael stets angetan. Ich hatte sofort eine Vostellung von diesem Ismael, ohne genau zu wissen, wie er aussehen sollte. Eher eine Vorstellung davon, was für ein Typ er war. Ein Ismael eben (umso mehr, da er sich diesen Namen womöglich selbst gegeben hat).

Zur Zeit bin ich dabei, eine neue Geschichte auszutüfteln, und nicht zum ersten Mal stelle ich fest, dass ich, bevor ich damit anfangen kann, wissen muss, wie meine Leute heissen. Es soll Autoren geben, die erst den ganzen Roman schreiben und dann mit "suchen und ersetzen" die richtigen Namen für ihre Figuren eingeben - ich kann das nicht, weil ich glaube, dass es für jede Figur nur einen möglichen Namen gibt.

Manchmal irre ich mich und wundere mich, weshalb eine Figur so steif durch meine Handlung stakst wie ein Wäscheklammermännchen, bis mir klar wird, dass sie den falschen Namen trägt. Und dann kann ich so lange nicht weiterschreiben, bis ich ihn habe, DEN Namen.

Ich frage mich, was passiert wäre, wenn Mr. Melville so begonnen hätte: "Nennt mich George."
Ich bin ganz sicher, wir würden heute unter dem Titel "Moby Dick" ein völlig anderes Buch kennen.

Einen schönen Wochenanfang wünscht

Mascha